NEUER GLANZ FÜR HISTORISCHE TAGESSCHAU-SENDUNGEN

MSG bezieht mit Bereich Filmsicherung neuen Standort in Halle

Der Klinkerbau im Osten Halles atmet Geschichte. Und das nicht nur, weil es sich hierbei um ein altes Kasernengebäude aus der Kaiserzeit handelt. Auf den insgesamt 300 Quadratmetern im neuen Domizil in der Barbarastraße 2 arbeitet die Abteilung Digitalisierung der DREFA Media Service GmbH (MSG) alte Filmbänder auf und macht sie fit für die digitale Medienzukunft.

Enrico Wittich sitzt im Schnittraum und befasst sich mit den frühen 1960er Jahren. „Der Mauerbau, die Regierungszeit John F. Kennedys; wir arbeiten hier an spannendem Filmmaterial.“ Der Cutter, der sein Können schon bei Spielfilm- und DVD-Produktionen unter Beweis stellte, sitzt fast am Ende einer ausgetüftelten Produktionskette. Wenn die alten Tagesschau- beiträge bei ihm ankommen, wurden die Bänder bereits gereinigt, abgetastet und auf große Festplatten gespeichert. Er konfektioniert das Material jetzt, bevor er es sendefähig ausspielt und in die Qualitätskontrolle gibt.  

Optimale Bedingungen am neuen Standort 

„In fünf Schritten werden die Bänder mechanisch aufbereitet, abgetastet, konfektioniert und schließlich auf digitalen Daten- trägern abgelegt“, erklärt Peter Zenk, Leiter Digitalisierung bei der DREFA Media Service GmbH (MSG) auf einer Fachveran- staltung zur Eröffnung des neuen Standortes. Das Leipziger Unternehmen sichert seit Ende 2006 Beiträge der „Tagesschau“ aus den Jahren 1955 bis 1972 in Schwarz-Weiß und Farbe in den Formaten 16 mm und 35 mm für den Norddeutschen Rundfunk. 

„Die industrielle Sicherung von Filmen, wie wir sie betreiben, verlangt eine hohe Quantität“, sagt Patrik Albus, Geschäfts- führer der MSG. Am alten Standort hätten wir unsere Vorgaben nicht erfüllen können. Bei der Menge der zu sichernden Bänder sei aber ein Zwei-Schicht-Betrieb notwendig. „Jetzt haben wir optimale Bedingungen.“ 

Adlerauge für Qualität

An seinem früheren Standort war der Bereich Filmssicherung an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die mit der Abgasreinigungs- anlage verbundene Geräuschkulisse bedeutete, dass 19 Uhr die Arbeit beendet werden musste. Jetzt werden jeden Tag bis 22 Uhr die historischen Zeitdokumente für die kommenden Jahrzehnte gesichert. Mit einem zweiten Abtaster können bei den „Tagesschau“-Bändern nun auch Farbkorrekturen vorgenommen werden.

Auch in Sachen Qualität sind die Anforderungen hoch. Die Vereinbarung mit dem NDR erlaubt nur eine Fehlerquote von einem Prozent. Um diesen hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten, nimmt Standortleiter Steffen Hofmann jeden digitalisierten Film persönlich in Augenschein. Für die Mitarbeiter ein zusätzlicher Ansporn, mit höchster Konzentration bei der Sache zu sein: „Herr Hofmann hat ein Adlerauge“ berichtet Enrico Wittich.

Pressemitteilung © DREFA MSG 06/2008

BILDER ZUR PRESSEMITTEILUNG

Patrik Albus, Geschäftsführer der DRFA MSG, eröffnet die Fachveranstaltung
Peter Zenk, Leiter Digitalisierung bei der DREFA MSG, erläutert Besuchern der Fachveranstaltung die Abtastverfahren
Am Rande der Fachveranstaltung ergeben sich lebhafte Diskussionen

PRESSE-FILM

Die Filmsicherung im Porträt
(WMV-Datei; 01:30 min; 12,4 MB)

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